Zeitumstellung: Warum die Winterzeit gesünder ist

26. Oktober 2023 , 16:18 Uhr

Müdigkeit, Erschöpfung und Gereiztheit. Jedes Jahr im Herbst und im Frühjahr fühlt sich ein großer Teil der Deutschen schlapper als sonst. Denn dann wird die Uhr umgestellt. Die einen merken es kaum, für andere sind die Folgen vorprogrammiert.

Es geht zwar nur um eine Stunde, aber die bereitet einem großen Teil der Deutschen Probleme, zeigen Umfragen der vergangenen Jahre. Einige Menschen klagen über körperliche und psychische Beschwerden.

In der Nacht auf Sonntag, den 29.10.2023 beginnt die Winterzeit. Das bedeutet die Uhr wird um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr nachts zurückgestellt. Für unseren Alltag heißt das, es wird am Abend früher dunkel. Dafür wird uns am Morgen eine Stunde „geschenkt“.

Zeitumstellung = Mini-Jetlag?

Warum macht die Zeitumstellung immer mehr Menschen zu schaffen und was ist der Grund dafür?

Der Schlafmediziner Dr. Harald Englert vom SLK-Klinikum in Löwenstein erklärt uns im Interview, dass unser Schlafrhythmus an das Sonnenlicht angepasst ist. Da wir theoretisch nach der Umstellung von Sommer- zur Winterzeit zur selben Zeit aufstehen und zur Arbeit gehen, die Sonne aber erst später aufgeht und es somit morgens länger dunkel bleibt, sind wir häufig erschöpfter als sonst. Dies hat Auswirkungen auf unser Wachheitsgefühl und kann daher unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit einschränken.

Die häufigsten Beschwerden, die bei einigen Menschen unmittelbar nach der Zeitumstellung aufgrund des kleinen Schlafmangels und des späteren Lichteinflusses auftreten, sind Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schläfrigkeit. Außerdem steigt dann immer die Zahl der (Verkehrs-)Unfälle. Eine Umgewöhnung des Schlafrhythmus an die neuen Zeitverhältnisse kann teilweise mehrere Wochen dauern, meint Englert. Deshalb spricht man umgangssprachlich auch von einem sogenannten Mini-Jetlag.

Winter- oder Sommerzeit – was ist gesünder?

Laut Schlafmediziner Englert wäre es aus medizinischer Sicht von Vorteil, dauerhaft die Winter-bzw. die Normalzeit einzuhalten. Diese passt am besten zu den natürlichen Verhältnissen von Sonnenauf- und Untergang und somit zu unseren gewohnten Schlafverhältnissen. Persönlich bevorzuge er, wie viele andere, jedoch die Sommerzeit aufgrund der langen, hellen Tage.

Warum werden die Uhren überhaupt noch umgestellt?

Die jährlich diskutierte Frage bleibt also: Soll es eine dauerhafte Sommer- oder Winterzeit geben und sollte die Uhrumstellung nicht schon längst abgeschafft sein?

Fast drei Viertel der Deutschen sprechen sich in Umfragen für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Auch Experten, wie Englert raten aus gesundheitlichen und schlaftechnischen Gründen dazu, die Winterzeit dauerhaft beizubehalten und eine Zeitumstellung künftig zu vermeiden.

Ursprünglich wurde die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit aus Energiespargründen eingeführt, da man abends eine Stunde später das Licht anschalten muss. Seit Jahrzehnten ist das in der EU aber hoch umstritten und in vielen Ländern eine unbeliebte Praxis.

Schon 2018 hat die EU-Kommission eine Umfrage gestartet. Das klare Ergebnis: 84 Prozent der rund 4,6 Millionen Teilnehmer, darunter drei Millionen Deutsche, sprachen sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus.

Was jedoch weiterhin fehlt, ist die Zustimmung der 27 EU-Länder. Aber diesbezüglich herrscht seit Jahren Stillstand. Die zuständigen Minister im Rat der EU haben sich zuletzt 2019 mit dem Thema befasst, dann kam Corona… Zudem gibt es im Kreis der EU-Staaten Uneinigkeiten, welche Zeit künftig gelten soll. Es besteht die Sorge, dass die Auswirkungen einer Änderung nicht ausreichend erforscht und analysiert seien.

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