Freispruch im Paketbomben-Prozess

211118 Lidl Polizei

Im sogenannten Paketbombenprozess am Landgericht Heidelberg ist heute der 66-jährige Angeklagte freigesprochen worden.
Laut Urteil kommt jetzt lediglich eine Geldstrafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes auf den Rentner zu. Der Ulmer hatte stets seine Unschuld beteuert.

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg warf dem Angeklagten vor, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben, außerdem gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung. Mittels selbstgebauter Sprengsätze habe der Elektriker Geld von den Firmen erzwingen wollen. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert, weil der Rentner nach einem anthropologischen Gutachten mit höchster Wahrscheinlichkeit gar nicht der gesuchte Mann sei.

Drei Bomben an Lebensmittelhersteller

Anfang des Jahres soll der Mann drei selbstgebaute Sprengsätze an verschiedene Lebensmittelhersteller geschickt haben. Im Februar explodierte einer beim Getränkehersteller Wild in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis). Eine zweite Paketbombe explodierte im Postzentrum von Lidl in Neckarsulm. Dabei wurden vier Menschen verletzt. Die dritte Bombe ging an den Kindernahrungshersteller Hipp in Bayern. Diese wurde aber am Münchener Flughafen abgefangen.

Autor: Tobias Zimmermann mit Material der dpa
Foto: Christoph Schmidt / dpa
Stand: 19. November 2021, 10:20