Kein Anruf mehr vom Gesundheitsamt für Kontaktpersonen und Infizierte

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Weil die Zahlen in Baden-Württemberg in den letzten Tagen massiv angestiegen sind, rufen die Gesundheitsämter die meisten Infizierten und die entsprechenden Kontaktpersonen nicht mehr direkt an. Die Absonderungspflicht, die von den Behörden kontrolliert wird, gilt aber weiterhin.

Am Freitag hat das baden-württembergische Gesundheitsministerium diesen Strategiewechsel angekündigt, über den in der Vergangenheit schon verschiedene Medien berichtet hatten. „Oberstes Ziel ist es, Ausbruchsgeschehen einzudämmen und den Schutz vulnerabler Personengruppen sicher zu stellen“, so der Amtschef des Sozialministeriums Prof. Dr. Uwe Lahl. „Die Ermittlung von Fällen und Kontaktpersonen muss daher dort gewährleistet werden, wo Personen besonders gefährdet sind, wie beispielsweise in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen“.

Für alle Infizierten und Kontaktpersonen gilt weiterhin die Quarantäne- bzw. Absonderungspflicht. Diese wird auch weiterhin von den Ordnungsämtern kontrolliert, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Wie die Kontaktverfolgung jetzt funktioniert

Die meisten Infizierten sind ab sofort dazu aufgerufen, ihre Kontakte der vergangenen Tage selbst über die Ansteckung und die Quarantäne zu informieren, sofern diese nicht geimpft oder genesen sind. Hier baut das Land stark auf Verständnis und Eigenverantwortung der Betroffenen. Das Gesundheitsministerium empfiehlt, einen positiven Test zuätzlich in der Corona-Warn-App einzutragen.

Die Gesundheitsämter kümmern sich nur noch in besonders großen Fällen um die Kontaktverfolgung oder wenn es um Riskiogruppen geht.

Alle Fragen zu den Änderung beim Fall- und Kontaktpersonenmanagement beantwortet das Land Baden-Württemberg auf dieser Seite.

Autor: Tobias Zimmermann
Foto: dpa / Britta Pedersen
Stand: 08. November, 09:00 Uhr