Bund und Länder Beschluss: Hospitalisierung wird Norm für Corona-Regeln

Bundesrat könnte heute neue weitere Regeln beschließen

AKTUELL Bundestag

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen sind gestern wieder Noch-Kanzlerin Merkel, ihr möglicher Nachfolger Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder zusammengekommen, um über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu beraten. Dabei gilt seit dieser Woche in Baden-Württemberg schon die Alarmstufe mit noch strengeren Einschränkungen.

Neue Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz

Schon seit einigen Wochen orientieren sich die Maßnahmen in Baden-Württemberg nicht mehr an der Inzidenz. Dieser Wert gibt an, wie viele Neuansteckungen es pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gibt. Stattdessen gelten zwei andere Werte: Die Belegung der Intensivbetten insgesamt und die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz. Auch hier wird ermittelt, wie viele Patienten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit Corona stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

An dieser Hospitalisierungsinzidenz orientieren sich ab sofort auch die neuen Beschlüsse von Bund und Ländern. Sollte ein Wert von 3 bei der Inzidenz überschritten werden, dann gelten bundesweit strenge 2G Regeln für viele Bereiche des öffentlichen Lebens. Ab einem Wert von 6 gelten sogar 2G+ Regeln. Hier müssen sich auch Geimpfte und Genesene testen lassen für besonders gefährdete Bereiche wie Clubs, Bars und Pflegeheime. Sollte der Wert dann noch die Marke von 9 überschreiten, könnte es wieder Kontaktbeschränkungen und Lockdowns geben. Darüber entscheiden aber die Länder für sich. Einigkeit hingegen hat es bei einer Impfpflicht für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen gegeben.

Baden-Württemberg will nachbessern

Angesichts der Beschlüsse möchte Baden-Württemberg seine bisherigen Maßnahmen nachbessern. Ministerpräsident Winfried Kretschmann kann sich vorstellen, dass künftig in Orten mit hoher Ansteckungs-Wahrscheinlichkeit eine 2G+ Regeln eingeführt werden könnte. Er kündigte zudem an, dass es über die Maßnahmen der Alarmstufe hinaus weitere Einschränkungen geben werde, wenn sich die Lage nicht bessere. Es könne dann eine Obergrenze für Veranstaltungen und Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Hotspots geben.

Weitere Maßnahmen könnten im Bundesrat beschlossen werden

Gestern hat der Bundestag über ein neues Infektionsschutzgesetz abgestimmt und darüber berät heute noch der Bundesrat. Sollte das neue Gesetz beschlossen werden, dann könnte es auch eine 3G Pflicht am Arbeitsplatz sowie in Bussen und Bahnen geben. Außerdem soll wieder eine Homeofficepflicht eingeführt werden. Sowie eine Testpflicht für Besucher bei Alten- und Pflegeheimen.

Autor: Luca Bauer
Bild: Symbolbild
Stand: 19. November 2021, 06:30 Uhr