Mark Brünner

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Was ist typisch für Dich?
Ich bin eine ziemliche Nachteule. Erst nach Mitternacht ist die Welt mit sich im Reinen.
Meistens jedenfalls.

Am Radio liebe ich,
dass es nie aufhört. Seit Mitte der 1990er Jahre mache ich das inzwischen. Es gab seither keinen Tag, an dem wir NICHT gesendet hätten!

Was ist das Erste, was du morgens machst?
Dem Erfinder des Weckers im Geiste tausend Flüche schicken!

Wenn du ein Musikinstrument wärst, welches wärst du dann und warum?
Okay, es wird übersinnlich. Schon so früh im Fragebogen?
Na gut.
Mein Sternzeichen ist Steinbock. In China bin ich Büffel. Meine Pflanze ist die Alraune (Nachtschattengewächs!!!). Mein Stein ist der Amethyst und mein Element die Erde. All diesen Symbolen werden als Eigenschaften „Bodenhaftung“, „Gelassenheit“ oder „Seelenruhe“ zugeschrieben. Was, glaube ich, nicht völlig verkehrt ist…
Die Frage nach einem entsprechenden Instrument lässt mich „Alphorn“ denken. Schon weil ich die Berge viel, viel lieber mag als das Meer.

Dein Lieblingsort in der Region?
Zuhause. Also, die Gegend wo ich zuhause bin.
Auf Englisch würden sie sagen: „You can take the boy out of Hohenlohe, but you can’t take Hohenlohe out of the boy.“

Dein erstes Konzert:
Sinner. In Künzelsau. Es muss 1987 gewesen sein. Das Konzert war in der Stadthalle, Vorverkaufsstelle war die lokale Bank. Sinner waren schon im Radio gelaufen – da kam also eine GROSSE Band zu uns aufs Land! Vorgruppe waren Baton Rouge, Jungs hier aus der Gegend, die gerade ihr erstes (einziges?) Album draußen hatten.
Das Roxy in L.A.? Hammersmith Odeon? Geschenkt. Der coolste Rock’n’Roll Club der Welt war an dem Abend eine Mehrzweckhalle im Kochertal!
Und Baton Rouge dürften den kommerziell erfolgreichsten Moment ihrer Karriere erlebt haben. Ich war nicht der Einzige, der direkt am Montag nach der Show ihre Platte gekauft hat.
Mein erstes „richtiges“ Konzert kam vier Jahre später. Bad Religion. In London.

Welchen Moment in deinem Leben hättest du gern per Video festgehalten, um ihn wieder und wieder zu erleben?
Momente auf Video festzuhalten, wird endlos überbewertet.
Vom Bad Religion Konzertabend in London allerdings habe ich vor einer Weile online ein Bootleg entdeckt.
So ein Konzert mit rund 30 Jahren Abstand ein zweites Mal hören zu können, ist ein Erlebnis für sich! Die Bilder dazu kamen ganz von selbst...
Es ist erstaunlich, was die Festplatte im Kopf alles abspeichert. Erst recht, wie sie lange Vergessenes innerhalb von Millisekunden wieder abspielen kann.

Welchen Film kannst du nur allein anschauen, weil ihn niemand mit dir schauen will?
Musikdokus. Die Solovorstellungen sind Musikdokus. Solche, wie die BBC sie produziert. Neulich erst lief auf BBC 4 wieder das Portrait der Rockfield Studios in Wales (schon mal gesehen, aber egal…).
Geschichten wie über den Schlagzeuger der Stone Roses, der sich mit der örtlichen Dorfjugend anfreundet, mit den Jungs angeln geht und in der walisischen Provinz seine Herzdame findet… fesseln nur ein recht überschaubares Publikum.

Lieber Campen oder Luxushotel?
Zelten ist reine Musikfestival-Angelegenheit. So wie Selbstgedrehte rauchen. Oder griechischer Wein aus Zwei-Liter-Flaschen. Es ist auch nur auszuhalten, wenn das Zelt groß genug ist, um aufrecht drin stehen zu können.
Ich bevorzuge Hotels. Man kann aufrecht drinstehen. Der Weg zum Klo ist nicht so weit. Es kommt immer heißes Wasser aus der Dusche, die Betten sind bequemer, das Essen schmeckt besser.
Luxus muss nicht sein. Aber ein bissle Niveau.

Was würdest du zu deinem früheren Ich sagen?
Sei nicht so schüchtern. Lass die Finger vom Weinbrand. 2004 wird Griechenland Fußball-Europameister werden – setz darauf all dein Geld. Besorg Dir eine Gitarre. Lerne, wie man sie spielt. Oh, und: denk doch Mal über Kontaktlinsen nach…

Dein Weg zum Radio?
Es gibt da so ein Lied von den Rodgau Monotones. „Mein Freund Harvey“. Im Text heißt‘s: „Mein Ehrgeiz war so mehr lala…“.
Gestatten? Mein früheres Ich.
Meine Mixtapes waren immer besser als meine Zeugnisse. „Beruflicher Werdegang“ war etwas, das sich schon ergeben wird. Wenn’s an der Zeit ist.
Woher der Impuls kam, tatsächlich ans Radio zu schreiben und zu fragen: „Wie wird man eigentlich Musikredakteur?“, weiß ich bis heute nicht.
Schätze, ich habe Glück gehabt. Jemand fand meinen Brief eine Einladung zum Vorstellungsgespräch wert. Ich durfte zwar nicht gleich Musik, wohl aber ein Praktikum machen. Nach zwei Wochen durchwurschteln fing das an, Spaß zu machen. Ein Paar Leute haben mich in die richtige Richtung geschubst – et voilá

Deine Lieblingsband?
Fiese Frage an einen Musikmenschen! Wie soll ich mich nur für EINE entscheiden?!? Wo es doch so viel cooles Zeug gibt, gegeben hat, immer geben wird?
Meine persönliche Ruhmeshalle der Musik ist groß. Und sie wächst immer noch.
Ihre Ehrenvorsitzenden sind vielleicht Carter USM. Eine Art Elektro-Punk-Indie-Pop-Rock’n’Roll Band ohne Schlagzeuger, die es inzwischen (schon zum zweiten Mal) nicht mehr gibt.
Von allen haben die mir am meisten bedeutet. Für sie bin ich am weitesten gereist. Auch wenn ich sie mir heute nur noch sehr gelegentlich anhöre: Carter sind die beste Band der Welt!

Was würdest du machen, wenn du kein Moderator/keine Moderatorin bei RT wärst?
Während meiner Zivi-Zeit habe ich im Krankenhaus in der OP-Abteilung gearbeitet. Im Nachhinein denke ich manchmal, das hätte eine interessante Geschichte werden können: Assistent der Chirurgie als OP-Pfleger.
Ich hatte auch mal mit dem Gedanken gespielt, Koch zu werden. Wegen der unbequemen Arbeitszeiten habe ich das ausgelassen.
(Anmerkung: diese Zeilen entstanden am Ende eines etwas längeren Arbeitstages um 22 Uhr 43.)

Maultaschen oder Spätzle?
Maultaschen.


Mark ist unser Musikredakteur und ab und an auch am Wochenende zu hören!