Fast drei Jahre nach den gefährlichen Steinwürfen auf der B27 in Neckarsulm beginnt am heutigen Montag um 13 Uhr mit der Anklageverlesung vor dem Landgericht Heilbronn der Prozess gegen einen 27-jährigen Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor. Er soll im September 2023 von einer rund acht Meter hohen Brücke zunächst einen Stein und kurze Zeit später einen Schildermast gezielt auf fahrende Fahrzeuge geworfen haben.
Der Stein durchschlug die Windschutzscheibe eines mit acht Personen besetzten Transporters. Zwei Insassen wurden durch umherfliegende Glassplitter verletzt. Wenige Minuten später traf ein rund drei Meter langer Schildermast die Motorhaube und Windschutzscheibe eines Autos. Dass dabei niemand schwer verletzt oder getötet wurde, war nach Auffassung der Ermittler reiner Zufall.
Der Fall konnte erst mehr als zwei Jahre später aufgeklärt werden. Eine DNA-Spur auf sichergestellten Gegenständen führte die Ermittler im Rahmen eines anderen Strafverfahrens zu dem Angeklagten. Nach weiteren Ermittlungen wurde der Mann im Januar 2026 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Für das Verfahren sind bis Anfang Oktober mehrere Verhandlungstage angesetzt. Die Kammer hat insgesamt 29 Zeugen sowie vier Sachverständige geladen.