Mafia-Prozess in Stuttgart: Polizist aus Fellbach freigesprochen

16. April 2026 , 11:13 Uhr

Im Prozess um mutmaßliche Verbindungen zur italienischen Mafia ist ein Polizist aus Fellbach vor dem Landgericht Stuttgart freigesprochen worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Beamte Dienstgeheimnisse weitergegeben hatte, ging jedoch davon aus, dass er zum Tatzeitpunkt aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig war.

Der mitangeklagte Freund des Polizisten wurde hingegen wegen Bandenbetrugs und der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts war er Teil eines Netzwerks mit Verbindungen zur ’Ndrangheta, einer der mächtigsten Mafia-Organisationen weltweit.

Im Zentrum der Ermittlungen stand ein Lebensmittelunternehmen in Fellbach, das laut Staatsanwaltschaft als Tarnfirma diente. Über einen Strohmann sollen große Mengen Waren wie Olivenöl bestellt, aber nicht bezahlt worden sein. Gleichzeitig seien Restaurantbetreiber unter Druck gesetzt worden, die überteuerten Produkte abzunehmen.

Der freigesprochene Polizist hatte über polizeiliche Datenbanken Informationen wie Kennzeichen und Personendaten abgefragt und an seinen Freund weitergegeben. Diese Daten sollen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Erpressungsversuch gegen ein Restaurant genutzt worden sein.

Das Gericht stellte klar, dass der verurteilte Italiener zwar Kontakte zur Mafia hatte, jedoch nicht zum innersten Kreis der Organisation gehörte.

Mafia Polizei Prozess

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