Capri-Sun will den Plastikstrohhalm zurück und startet Online-Petition

04. September 2024 , 13:52 Uhr

Seit einiger Zeit gibt es bei den kleinen Trinkpäckchen nur noch Strohhalme aus Papier - wegen eines EU-Gesetzes. Das zu kippen wird aber schwierig, denken Experten.

Der Trinkbeutel-Hersteller Capri-Sun hat eine Online-Petition für die Rückkehr zum Plastikstrohhalm gestartet. Auf der Plattform change.org will das Unternehmen insgesamt eine Million Unterschriften sammeln – um diese an die EU-Kommission weiterzureichen. Capri-Sun-Chef Roland Weening hatte vor rund zwei Wochen der Schweizer „Sonntagszeitung“ gesagt, er wolle auf eine Ausnahmegenehmigung bei der EU für das Verbot von Einweg-Plastikstrohhalmen hinwirken.

Adriana Neligan, Expertin für Kreislaufwirtschaft beim Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, sagte allerdings: „Ich glaube nicht, dass es für ein Unternehmen eine Ausnahmegenehmigung geben wird.“ Andreas Hermann vom Öko-Institut in Darmstadt sagte, die Richtlinie diene dem Umweltschutz, Trinkhalme aus Kunststoff seien verboten – „und in der Richtlinie sind keine Ausnahmen vorgesehen“.

Capri-Sun, das in Eppelheim bei Heidelberg produziert, verwendet seit 2021 Papierstrohhalme. Weening hatte gesagt, das Unternehmen arbeite daran, in der Schweiz und in Nachbarländern wieder auf Plastikstrohhalm umzustellen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Zug in der Schweiz – wo das EU-Verbot nicht gilt.

Expertin erwartet keine Rückabwicklung des EU-Verbots

Expertin Neligan sagte, sie erwarte zudem keine Rückabwicklung des EU-Verbots von Einweg-Kunststoffartikeln aus dem Jahr 2021. Allerdings äußerte sich Neligan auch kritisch zu Papierstrohhalmen, die teilweise kaum eine einzige Nutzung überstehen würden. „Die Frage ist: Wie häufig kann ich ein Produkt nutzen? Und damit verbessert sich natürlich die Ökobilanz.“ So würden etwa recycelte Plastiktüten von der Ökobilanz her besser abschneiden als Papiertüten.

Aktuell prüft Capri-Sun laut einer Sprecherin eine Möglichkeit, dass der Verbraucher künftig Trinkbeutel und Strohhalm – beides aus Polypropylen – zusammen in den recyclefähigen Plastikmüll werfen kann. Polypropylen ist ein Kunststoff. Derzeit enthält der Trinkbeutel in der klassischen 200-Milliliter-Variante auch noch Aluminium. In einem nächsten Schritt soll der Trinkbeutel nur noch aus Polypropylen bestehen.

Das könnte Dich auch interessieren

17.03.2026 Immer mehr Waschbären im Rems-Murr-Kreis: Kreisforstamt will informieren Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit verbreiten sich Waschbären im Rems-Murr-Kreis immer mehr. Das führt teils zu Schäden an Häusern, Gärten und heimischen Tierbeständen. Um über die aktuelle Situation zu informieren und praktische Hinweise zum Umgang mit dem Waschbären zu geben, lädt das Kreisforstamt zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Sie findet heute Abend um 19 Uhr im 17.03.2026 Heilbronner Trollinger Marathon: Rekordzulauf und Neuerung Der Heilbronner Trollinger Marathon am 10. Mai verzeichnet  deutlich mehr Anmeldungen als im Vorjahr, insgesamt haben sich bereits 5.776 Läufer registriert. Das Laufsport-Portal HDsports hat das Event in die Auswahl der „schönsten Laufevents in Deutschland“ aufgenommen und würdigt damit Organisation, Atmosphäre und Stimmung des Laufs. Besonders stark ist der Zuwachs beim Marathonlauf mit 43 Prozent 17.03.2026 Zahlreiche Verstöße bei Heilbronner Gurt-Kontrollwoche Das Polizeipräsidium Heilbronn beteiligte sich vom 9. bis 15. März 2026 an einer europaweiten Kontrollwoche zur Gurtanlegepflicht und stellte dabei insgesamt 783 Verstöße fest. Mit 494 Fällen machten fehlende Sicherheitsgurte den größten Anteil aus, hinzu kamen 21 Verstöße wegen mangelnder Kindersicherung sowie zwei fehlende Schutzhelme. Besonders auffällig war die hohe Zahl von 266 geahndeten Verstößen 16.03.2026 Oscars für die Kleinen: Kinderkinofestival „Kikife“ bringt internationales Kino nach Schwäbisch Gmünd Während weltweit noch über die Gewinner der Academy Awards in dieser Nacht gesprochen wird, rückt in Schwäbisch Gmünd der Filmnachwuchs in den Mittelpunkt: Dort startet das 33. Internationale Kinderkinofestival „Kikife“. Vom 16. bis 22. März laufen im Traumpalast Schwäbisch Gmünd und im Brazilkino Schwäbisch Gmünd insgesamt 30 Kinder- und Jugendfilme aus aller Welt. Neben den