Autofahrer in Baden-Württemberg müssen sich derzeit auf besonders viele Tempokontrollen einstellen: Im Rahmen der europaweiten „Speedweek“ ist der Blitzermarathon gestartet. Die Aktionswoche läuft vom 13. bis 19. April, wobei der 15. April als Schwerpunkt gilt – an diesem Tag wird besonders intensiv geblitzt.
Die Polizei misst sowohl innerorts als auch außerorts – verstärkt etwa vor Schulen und Kindergärten, auf Landstraßen, an bekannten Unfallschwerpunkten oder auf Autobahnen.
Zum Einsatz kommen mobile Blitzer, Lasermessgeräte und zivile Videofahrzeuge. Wo genau kontrolliert wird, bleibt bewusst weitgehend offen – grundsätzlich kann überall geblitzt werden.
Wer zu schnell unterwegs ist, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen. Schon bei kleineren Überschreitungen werden Bußgelder fällig.
Bei größeren Verstößen drohen zusätzlich Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot. Innerorts können bei deutlichen Tempoverstößen mehrere hundert Euro Bußgeld sowie ein Fahrverbot verhängt werden.
Ein Blick auf vergangene Kontrollen zeigt, wie groß das Problem ist: Beim letzten Blitzermarathon wurden landesweit 66.585 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Fast 800 Autofahrer mussten ihren Führerschein zeitweise abgeben.
Auch Zwischenbilanzen fallen deutlich aus: Allein an einem Kontrolltag wurden über 546.000 Fahrzeuge überprüft und mehr als 15.000 Verstöße festgestellt.
Wie nachhaltig die Aktion wirkt, ist umstritten. Offizielle Angaben dazu macht das Innenministerium nicht.
Der ADAC sieht jedoch einen positiven Effekt: Solche Aktionswochen schärfen das Bewusstsein für die Gefahren von zu schnellem Fahren. Gleichzeitig stellt der Automobilclub klar, dass eine einzelne Woche nicht ausreicht, um dauerhaft alle Risiken im Straßenverkehr zu beseitigen.
Wer versucht, sich technisch vor Kontrollen zu schützen, riskiert selbst Ärger: Blitzer-Apps und Radarwarner sind in Deutschland verboten.
Das gilt sogar für Mitfahrer – auch sie dürfen während der Fahrt keine Warnfunktionen nutzen. Selbst entsprechende Hinweise im Navigationsgerät müssen deaktiviert sein.
Bei Verstößen drohen 75 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.
Die aktuelle Speedweek ist nicht die einzige große Kontrollaktion: Für August 2026 ist bereits eine weitere europaweite Schwerpunktkontrolle angekündigt.
Die Kontrollen sind Teil einer europaweiten Initiative des Polizeinetzwerks ROADPOL. Neben der Ahndung von Verstößen steht vor allem ein Ziel im Vordergrund: Autofahrer sollen ihr Verhalten langfristig ändern und das Tempo anpassen.
Die Polizei macht deutlich: Der Blitzermarathon ist nicht nur eine kurzfristige Aktion, sondern Teil einer langfristigen Strategie für mehr Sicherheit auf den Straßen.