Die Sparmaßnahmen bei Audi treffen jetzt auch das Engagement rund um das Werk Neckarsulm. Der Autobauer streicht in der Absatzkrise Unterstützung für Kultur- und Sportprojekte in der Region.
Das ist bereits beschlossen:
Audi begründet das mit „massiven wirtschaftlichen Herausforderungen“. Der Konzern leidet unter sinkenden Absätzen in China und den USA und baut bereits Personal ab. Auch am Stammsitz Ingolstadt endet unter anderem die Partnerschaft mit der Kammerphilharmonie sowie die Förderung der Jugendchorakademie.
Beim FSV Bad Friedrichshall bleibt man gelassen. Die jährliche Zuwendung war zuletzt vierstellig und floss in Sportgeräte, im Gegenzug gab es Bandenwerbung. Der Verein mit rund 2.500 Mitgliedern spricht von einem „schönen Zubrot“, existenzgefährdend sei der Wegfall nicht.
Bei den Handballerinnen der Sport-Union Neckarsulm geht es um mehr. Audi ist dort einer der Hauptsponsoren, der Vertrag läuft im Sommer 2027 aus. Seit Monaten wird über eine Verlängerung gesprochen, ungewöhnlich lang. Fällt das Sponsoring weg, müsste der Kader verkleinert werden. Abteilungsleiter Bernd Dollmann sagt, man wisse dann nicht, ob man eine wettbewerbsfähige Bundesliga-Mannschaft aufstellen könnte. Die Stadt kann kaum einspringen, so Oberbürgermeister Steffen Hertwig, denn auch bei ihr sinken die Gewerbesteuereinnahmen.
Weitere Kürzungen sind möglich. Audi will über weitere Engagements „zu gegebener Zeit“ entscheiden. Laufende Verträge dürften nicht gekündigt, aber womöglich nicht verlängert werden. Das betrifft auch den Trollinger Marathon, den Triathlon Heilbronn und die TSG Hoffenheim, deren Partnerschaft nach bisherigen Angaben bis 2027 läuft. Wie viel Audi spart, sagt der Konzern nicht. 2025 gab er knapp 34 Millionen Euro für soziales Engagement aus, allerdings weltweit.