Rund vier Milliarden Euro für ein neues Audi–Werk in den USA – während die Zukunft des Standorts Neckarsulm weiterhin ungewiss ist. Der gemeinsame Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit Donald Trump bei einer US-Wahlkampfveranstaltung am Wochenende sorgt nicht zuletzt auch in der Region Neckarsulm für Kritik. Denn dort bangen etwa 15.000 Beschäftigte um die Zukunft ihres Werks. Neckarsulms OB Steffen Hertwig spricht gegenüber Radio Ton von einem beklemmenden Gefühl. Gleichzeitig sei das neue Werk in den USA zwar eine insgesamte Schwächung für Europa, jedoch nicht konkret für Neckarsulm, da sich die produzierten Modelle nicht überschneiden würden.
Kritik an Audi gibt es auch von Parteikollegin Isabel Cademartori, der Landesvorsitzenden der SPD in Baden–Württemberg und Verkehrsexpertin im Bundestag. Sie spricht gegenüber Radio Ton von einer „wahnsinnigen Grenzüberschreitung“, die auch gegen die eigenen internen Leitlinien von Mutterkonzern VW verstoßen. In den drei letzten Monaten vor Wahlen sind öffentlich wirksame Termine mit zur Wahl stehenden Politikern nämlich eigentlich untersagt. Die Zwischenwahlen in den USA stehen am 03. November an.