Im Handwerk in Heilbronn-Franken bleiben Lehrstellen unbesetzt, weil Bewerbungen fehlen. Das zeigt eine Sonderumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Von den Betrieben, die für 2026 Ausbildungsplätze angeboten hatten, konnten nur 54 Prozent alle Stellen besetzen.
Der häufigste Grund: Es kommen keine Bewerbungen. 74 Prozent der Betriebe mit offenen Stellen erhielten keine einzige. 36 Prozent hatten Bewerbungen, aber keine passenden Kandidaten, und zehn Prozent berichteten, dass sich Bewerber gegen die Stelle entschieden.
43 Prozent der Betriebe haben Bewerber abgelehnt. Genannt wurden mangelnde Motivation oder fehlende Ausbildungsreife (43 Prozent), unzureichende Deutschkenntnisse (42 Prozent) und bereits besetzte Stellen (41 Prozent). Auch schlechte Umgangsformen und Schwächen in Mathematik spielten eine Rolle.
Drei Viertel der ausbildenden Betriebe verlangen mindestens einen Haupt- oder Werkrealschulabschluss, 17 Prozent die mittlere Reife. Abitur wurde nicht als Mindestvoraussetzung genannt.
Nicht jeder Betrieb bildet aus. 37 Prozent der nicht ausbildenden Betriebe nennen ihre geringe Größe oder Spezialisierung, 17 Prozent Alters- oder Nachfolgefragen, neun Prozent wirtschaftliche Unsicherheit. 16 Prozent würden ausbilden, wenn sich geeignete Bewerber fänden. Bei sieben Prozent fehlt die Ausbildungsberechtigung.
Kammerpräsident Ralf Rothenburger rät Jugendlichen, auch bei Betrieben nachzufragen, die keine Stelle ausgeschrieben haben: „Wer sich für einen Handwerksberuf interessiert und Engagement mitbringt, hat gute Chancen einen Ausbildungsplatz im Wunschgewerk zu bekommen.“